Donnerstag, 9.8. Öffne die Hände – Ich bin von Gott reich beschenkt

Die Nacht war abenteuerlich. Besonders waren die Jungen betroffen. Das gesamte Spaß-Equipment wurde in der lauen Sommernacht ausprobiert. Das Team hatte alle Hände voll zu tun. Aber dann trat doch die Ruhe der Nacht ein und das war gut so. Ich brauchte also als Pfarrer noch nicht persönlich eingreifen. Dafür gestaltete sich der Morgen ruhiger.
Arvid feiert seinen Geburtstag und das passt prima zum Thema des Tages. Alle ist uns geschenkt. Das größte Geschenk ist unser eigenes Leben, das beim Geburtstag gefeiert wird. Wir empfangen es jeden Tag. Wenn es gelingt diese Haltung des Beschenkten zu erkennen und zu bewahren, wird jede Stunde wundervoll. Ich weiß mich beschenkt und geliebt. Das berührt mein Herz und meine Seele.

Das Morgengebet im Wald beginnen wir mit offenen Händen und spüren, was Gott uns in diese Hände am Morgen des Tages hineinlegt: den Wald, das Rauschen des Windes, die Wärme der Morgensonne, den ganzen Tag. „Beginne Du all meine Tage. Sei Du bei mir jeden Augenblick. Teile mit mir all meine Stunden, begleite mich durch Kummer und Glück.“
Es klingt wie ein Liebeslied und es ist eine Liebeserklärung an Gott, der mir mein Leben schenkt.

Das Frühstück hat neben den Brötchen mit Schokocrem, Butter, verschiedenen Wurstsorten frische Milch und kühlen Kakaodrink und für die Gruppelleiter Kaffee zu bieten. Für die uns begleitenden Wespen entwickeln wir verschiedene deeskalierende Maßnahmen. Ebenso besprechen wir, was im Fall eines Stiches zu tun ist. Beim Aufräumen der Zimmer wurde besonders bei den Jungen große Sorgfalt aufgebracht. Beim vormittäglichen Zusammenkommen treffen wir auch auf Mara und Franz. Die haben Handyfrust – kein Ladekabel, Akku leer, kein Empfang, kein Datenvolumen. Beide klagen und schlafen aus Frust darüber ein. Im Traum erscheint beiden der Bischof Otto. Er gibt sich zu Erkennen als der, dem die Insel gehört. Er hat den Slawen hier das Christentum gebracht. Er hat den Menschen vor fast 1000 Jahren davon erzählt und berichtet, dass die Menschen Geliebte Gottes sind. Das jede und jeder wichtig und bedeutsam ist. Das war neu und faszinierend. So hinterlässt er auf Usedom das christliche Gedankengut und wir gehen diesen Spuren nach. Beide werden wach und erzählen sich den mysteriösen Traum und finden in einer Schatzkiste eine Anweisung: „Freuen dürfen sich alle, die mit offenen Händen vor Gott leben. Sie sind beschenkt.“ Mt 5.3
Für jede Gruppe findet sich eine Landkarte, die zum nächsten Veranstaltungsort führt. In kleinen Gruppen erarbeiten die Kinder, was den Menschen glücklich macht. Eines wissen schon alle: Offene Hände und die Haltung beschenkt zu sein, sind eine gute Voraussetzung zu spüren, das Leben ist mir geschenkt. Das Mittagessen macht alle satt. Es gibt Königsberger Klops an Kapernsauce und Mohrrüben. Ein kühler, frischer Früchteyogurt wird zum Dessert gereicht. Es folgt die Überraschung: Arvid geht von Tisch zu Tisch und verteilt sein Geburtstagseis. Lecker. Danke. Eine kleine Pause lässt uns die Küchen auf Vordermann bringen, die Badesachen sortieren und ab geht’s zum Strand mit unserem russischem Treckkerbadereifen. Sonne, Wellen, Badespass, Strandfussball und allerlei andere Spiele bringen uns richtig in die Erfahrung beschenkt zu sein. Das Abendbrot wartet mit verschiedenen Brotsorten, Tomaten, Gurke, Käse etc. Der kalte Früchtetee ist nicht jedermanns Sache. Die Kinder meinen der Zucker fehlt. Nun ja die Gesundheit fordert ihren Preis. Der Abend wird mit dem ultimativen Geländespiel zum Kennenlernen des Areals St. Otto noch einmal sehr aktiv. Die Kindergruppen müssen die auf dem Gelände verteilten Teamer suchen und Aufgaben erledigen, die dazu dienen, das Gelände, die Geschichte und sich selbst besser kennen zu lernen. Erschöpft aber glücklich gehen wir zum Abendgebet. Wir singen mit Leben und Erfahrungen gefüllt: „Beginne Du all meine Tage. Sei Du bei mir jeden Augenblick. Teile mit mir all meine Stunden, begleite mich durch Kummer und Glück.“ Gute Nacht.

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