RKW 2016, Mittwoch, 31.8. Bin ich dabei?

Mittwoch31.8.16Ein wundervoller SonnenblauerHimmelmorgen weckt uns beim Morgengebet im Wald mit dem Vater unser Lied. Das Kreuz wird frisch geschmückt mit Mandorla, Blumen und Gedanken. Der Tagesplan gibt Rätsel auf. Es soll ins nirgendwo gehen. In unserer Katechese hat Jona Ninive verlassen und ist über die Barmherzigkeit Gottes sauer. Er geht ins nirgendwo, weiß nicht wohin mit sich und seiner Wut und Verletzung, seiner Missachtung der Zerstörungsansage und seinem Gesichtsverlust. Er möchte sterben, doch ein schnell wachsender Rizinusstrauch, der zum Baum wird, spendet ihm unverhofft Schatten. Ein winziger Wurm lässt den Rizinusstrauch eingehen und Jona ist wieder mit Gott sauer, dass er das zulässt. Sein Schattenbaum geht ein. Dieses Lehrbeispiel Gottes für den Propheten hat es in sich. Über den eingegangenen Strauch regt sich Jona auf und über die verschonte Stadt, die umkehrt. Jona kommt ins Nachdenken. Gott ist anders. Er ist barmherzig. Er verschont die Stadt und nutzt das Vergehen des Rizinusstrauches Jona zu erklären, wie viel wichtiger Gott die Menschen sind, die sich besinnen, die umkehren und einen neuen Weg der Nachhaltigkeit, der Gemeinschaft und des Friedens suchen. Die Kinder haben sofort Beispiele aus der Familie, aus ihrem Alltag parat, wo Barmherzigkeit ungerecht ist und einen sauer macht oder alles abverlangt, um Barmherzigkeit als Weg zum Frieden nicht zur zu akzeptieren, sondern auch zu gehen.

Die Mittagsglocke läutet. Wir essen Kartoffelpü mit Fischsteak an Brokolie vor dem Abmarsch auf die andere Seite der Insel ans Achterwasser. Der Weg (grüne Linie) durch den Wald und über die Moorwiese ist abenteuerlich. Ziel ist die kleine Steilküste im Naturschutzgebiet. Mittwoch31.8.16_02
Direkt am Wasser dürfen wir auf der Wiese von Herrn Schmidt, er ist Gemeindekirchenratsmitglied der evangelischen Kirchengemeinde, unsere Zelte aufschlagen. Das Material ist im Bully verstaut und Max und Markus fahren es an diesen geheimnisvollen Ort. Wir werden die Natur pur erleben ohne Strom, ohne fließendes Wasser …. die Sterne über uns …  mitten auf der Uferwiese im Achterwasssersteilküstenwaldwiesenrandufer. In kleinen Wandergruppen mit Teamer sammeln wir uns und ab geht es in das Abenteuer der Barmherzigkeit Gottes. Vielleicht merken wir, wie gut es Gott mit uns meint. Die Sonne scheint. Der Wald gibt kühlen Schatten. Die Wiese ist Sonne pur und warm. Vorbei an den Ölpumpen wie im amerikanischen Westernkrimmi. Nach vieeeeeeel zu langer Wanderung kommen wir endlich nach dem Moorwaldstück auf der Zeltachterwasseruferwiese an. Max und Markus haben wirklich alles super vorbereit. Die Wiese gemäht. Die Zelte stehen. Das Feuer brennt nur Holz fehlt noch. Wir beziehen die Zelte, Mädchen und Jungen. Doch wo ist meine Isomatte? Jeder begreift: es geht nicht um meins oder deins. Wir schlafen auf allen Matten in zwei Zelten und alle tragen ihren Teil dazu bei. Meine Matte verschwindet im Pachtworkteppich aller Matten. Das Zelt ist ein einziges riesiges Bett für alle. Total gut. Die Gemeinschaft muss sich bilden. Doch der Abend ist noch lang. Die Bratwurst vom Erdofen diesmal aus Saras Hand, weil die anderen im Achterwasser baden, ist lecker. Ein Lagerfeuerduft durchzieht unsere Haare und jede Faser der Kleidung. Das Holz haben wir im Wald gefunden. Nicht alles ist trocken genug, um ohne Qualm zu verbrennen. Wir erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang im Achterwasser. Zum Abendgebet kommen wir am Feuer zusammen. Wir singen zur Gitarre und lassen unsere Lichter als Gebet leuchten. Die Sterne sind zu sehen. Es ist eine laue Sommernacht. Lange sitzen wir am Feuer und erzählen die Geschichten, die wir hier bei der RKW schon erlebt haben. Das Mädchenzelt und das Jungenzelt sind irgendwann ruhig. Guter Gott behüte unser Schlafen in deiner Natur. Es ist wunderschön abenteuerlich. Danke. Danke. Danke.