Unser Fastenhungertuch St. Dominicus 2020

Unser Fastenhungertuch St. Dominicus 2020

„Wieviel Erde braucht der Mensch“ – darüber haben wir in der Fastenzeit nachgedacht. Dass das Denken so schnell konkret wird in der „Coronakrise“, glaubte zunächst ja niemand.

Was brauchen wir wirklich … Was ist das Wesentliche in meinem Leben? Diese Frage wird in den Medien immer wieder gestellt.

Beim Gemeindeeinkehrtag haben Menschen unserer Gemeinde Bilder gestaltet. Links oben sehen Sie den Wunsch, dass jedes Grundstück einen Apfelbaum pflanzen möge.

Die Kinderkirche hat die ganz kleinen Bilder gemalt –  Jesus ist unser Licht, ich muss keine Angst haben. Kinder aus der M.-Claudius-Schule brachten Bilder, auf die sie Erde ihrer Heimat geklebt haben. Kinder aus unserem Hort haben noch kurz vor der Schließung Himmel und Erde gemalt und sich selbst dazwischen.

Ein Familienkreis hat einen ganzen Abend das Gemeinschaftswerk vollbracht und festgestellt, „nach so vielen Jahren haben wir so Vieles Gemeinsames, was uns miteinander verbindet“.

Und die Kleinsten in der Kita brachten ein Bild voller Erde, von ihren Händen berührt.

Auch im Homeoffice wurden einige Bilder gemalt. Eine Pfadfinderfamilie braucht ihr Bild, auf dem die ganze Welt zu sehen ist. Die Welt ist aus „Begegnungserde“ geklebt – überall sind sie Menschen begegnet und haben diese Erde mit der Rudower Gartenerde vermischt.

Auf zwei Bildern links sieht man Familien in ihren Häusern  – „auf Kontaktsperre“.

Viele Bilder waren in unseren Sonntagsgottesdiensten in der Kirche und später im Livestream Thema. Wieviel Erde braucht der Mensch? Was ist systemrelevant – lebensrelevant fragen wir heute.

Die Bilder werden nach der „Coronakrise“ noch eine Weile zur originalen Betrachtung in unser Kirche stehen und gehen dann an die Künstler zurück. cb

 

Was brauchst DU, damit dein Leben gelingt?

Dieser Frage sind wir, Arleta Schmitt, Carola Bartilla und ich mit den Schülern aus dem Religionsunterricht der Regenweiher Grundschule und der Matthias-Claudius-Grundschule nachgegangen. Schon eine ganze Zeit stehen viele kleine Dosen an unserem Platz im Lehrerzimmer. Aus den Ferien hatten unsere Schüler Erde aus Island, Argentinien, Österreich, Schweden, Bayern, Ägypten… und aus dem Buddelkasten im Garten mitgebracht. Wir hatten schon im letzten Jahr beschlossen, an der Fastenaktion in St. Dominicus teilzunehmen. Nun war es endlich soweit. Was braucht der Mensch um glücklich zu sein? Die Geschichte vom Bauern Pachom, der immer mehr Land besitzen möchte, machte unsere Schüler sehr betroffen. Hatten wir doch im Advent die Geschichte von Klaus Kordon„ Am 4. Advent morgens um vier“ gelesen und bearbeitet. Dort wünscht sich Andreas als Kind „mehr Glück“. Er braucht lange, bis er erkennt, worin das wahre Glück liegt, aber er findet es! (Ich verrate es Ihnen nicht, lesen Sie das Buch einfach am 4. Advent! Abends geht auch!)  Schnell war ihnen klar, worauf es im Leben wirklich ankommt und viele Ideen haben sie auf den Leinwänden umgesetzt. Am Ende ihrer Grundschulzeit begleiten unsere Schüler auch viele Sorgen und Ängste, auch das spiegelt sich in den Bildern. Einige haben ihre Sorge über Flucht und Krieg in den Bildern ausgedrückt. Ganz besonders liegt mir ein Bild am Herzen auf dem Erde aus Syrien verarbeitet ist.

Was brauchst du… nicht das neue iPhone oder Klamotten waren die Antwort. Die wahren Schätze sehen unsere Schüler in ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern, in ihrer familiären Geschichte und Herkunft, ihrer Religion und im Frieden, in dem sie aufwachsen dürfen.

Petra Gack Religionslehrerin

an der Matthias-Claudius-Grundschule